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Strobist-Studio: Licht formen

Flash and small Umbrella Natürlich genügt es nicht, einfach die volle Leistung aus den Systemblitzen auf das Motiv abzufeuern und fest daran zu glauben, dass da was ordentliches rauskommt. Folgende Dinge muss man eigentlich mindestens kontrollieren können: Lichtmenge, Abstrahlwinkel und die Härte.

Ausserdem muss man in der Lage sein, das Licht zu lenken: Reflektoren sind hier das Stichwort. Das klingt alles zunächst recht kompliziert, ist jedoch mit ein paar einfachen Grundlagen bereits gut zu realisieren.

Blitzsteuerung

Die Lichtmenge und Abstrahlwinkel können bei den Nikon SB-20 schon recht gut geregelt werden. Die Leistung ist in 5 Stufen von 1/1 bis 1/16 Leistung regelbar. Für den Abstrahlwinkel gibt es drei integrierte Streuscheiben von Weitwinkel über Normal bis zum Telebereich. Neuere Blitzgeräte haben ja meist einen Zoomreflektor eingebaut – hier sollte man darauf achten, dass dieser manuell einstellbar ist. Der Abstrahlwinkel des Blitzes ist vor allem eine Grundlage für hartes oder weiches Licht. Außerdem kommt im Telebereich natürlich mehr Licht direkt beim Motiv an als wenn es weitwinklig gestreut wird.

Nikon SB-20, back view Nikon SB-20 Tele Nikon SB-20 Normal Nikon SB-20 Wide

Nebenbei bemerkt habe ich oft gelesen, dass versucht wird, mit Blitzen zu arbeiten, die nicht manuell regelbar sind – dann muss man also immer mit voller Leistung blitzen und die Kamera entsprechend abblenden. Allerdings ist das mit vielen Nachteilen verbunden: man kann beispielsweise die Blende nicht mehr nach den Bedürfnissen der Schärfentiefe wählen (meines Erachtens ein Muss im Studio). Ausserdem müssen Blitze normalerweise je nach Einsatz (Aufhellblitz, Hauptblitz, Hintergrundblitz) unterschiedlich geregelt werden. Bei der Abblendmethode kauft man sich also viele faule Kompromisse ein.

Es regnet nicht im Studio

Aber Schirme sind dennoch ein gutes und günstiges Mittel um das Blitzlicht weich zu zeichnen. Weiße Regenschirme aus dem Werbebedarf sind günstig und in allen Größen zu bekommen. Derzeit habe ich zwei 80cm Portierschirme und zwei 40cm Taschenschirme im Einsatz. Für die Portierschirme habe ich je 6€ bezahlt, für die Taschenschirme 4€.

White Umbrealla used as a Quick Light Dome Montage Alternative White Umbrella on Stand with Flash Flash and Umbrella with Wide Setting

Natürlich sind solche Schirme sowohl als Durchlicht- oder Reflexschirm in vielen Größen im Fotofachhandel zu bekommen. Hier fangen die Preise allerdings bereits bei 20€ an.

Reflektoren und Aufheller

Oftmals muss im Studio ein störender Schatten zum Beispiel im Gesicht reduziert werden. Die Lösung sind Reflektoren bzw. Aufheller. Für den Anfang genügen eigentlich einfache Styroporplatten. Ich habe mir aus vier Styoroporplatten, Metallwinkeln und Blumenrollwagen für ein paar Euro zwei schöne Reflektoraufheller gebaut, die ich bis heute immer wieder einsetze. Hat man einen Assistenten mit im Studio kann der auch mal eine Styroporplatte in Position halten. Damit kommt man schon recht weit.

Reflector Plates Reflector Stand Gold Reflector Reflectors

Praktischer ist hier allerdings wirklich ein Galgenstativ aus dem Fotofachhandel mit entsprechenden Reflektoren. Damit ist man natürlich flexibler.

Ab und zu kommt bei mir auch eine Rettungsdecke wie Sie in jedem KFZ-Verbandkasten zu finden ist mit Gold- und Silberseite zum Einsatz. Gerade die Goldseite ergibt natürlich eine schöne warme Tönung. Allerdings sind die Reflexionen recht hart.

Ein kleiner Tipp noch: man kann auch das Motiv nur indirekt beleuchten in dem man einen oder mehrere Blitze z.B. durch ein Papprohr direkt auf den Reflektor abfeuert. Somit erhält das Motiv nur das indirekte Licht vom Reflektor welches naturgemäß sehr weich ist. Klar, den selben Effekt erzielt man besser und komfortabler mit einer Softbox. Aber auch hier muss man sich die Preisfrage stellen ;-)

Zusammenfassung

  • 2x Portierschirme 80cm je 6€: 12€
  • 2x Taschenschirme 40cm je 4€: 8€
  • 4x Styroporplatten 100x40x4cm je 2,50€: 10€
  • 2x Blumenwagen je 5€: 10€
  • 4x Regalwinkel je 1,50€: 6€

7 Kommentare:

[...] Licht formen [...]

Pingback von Mein Low-Budget Strobist Studio | Sit Back & Joy — August 21, 2009 15:52

Eine schöne Artikelserie zum Thema Strobist-Style blitzen. Zum Thema Lichtformer (Schirme) habe ich mal ein kleines Shoot-Out gemacht, evtl ist es ja für den einen oder anderen von Interesse : http://www.sypke.de/2009/07/18/richtig-manuell-blitzen-2-%E2%80%93-lichtformercheck-nr-1/

Gruß
Daniel

Kommentar von Daniel — September 27, 2009 00:40

Ein weiterer effektiver Reflektor auf den ich bei Bedarf gerne zurückgreife ist ein einfacher Bogen weißer fotokarton, den ich auf ein gleichgroßes Stück wellpappe klebe (ca.70x50cm) und das ganze komt dann auf einen Ntenständer,wie er in den meisten haushalten vorhanden ist. fertig ist ein Reflektor mit stativ.

Kommentar von Eric — November 8, 2009 02:11

Vielen Dank für den Tipp!

Kommentar von Achim — November 9, 2009 12:10

Hallo Achim,

wollte dich kurz nur fragen wie (womit) du dein Studio ausleutest bevor du deine Blitze zünden lässt.

Michel

Kommentar von Michel — November 20, 2009 21:04

Hi. Ich hab einfach eine normale Raumbeleuchtung an. Das sind in meinem Fall drei 30W Halogen-Spots. Bei 1/160sek Verschluss und einer Blende zwischen 5 und 8 (was mit mehreren Blitzen absolut üblich ist) bleibt von der Raumbeleuchtung auf dem Bild auch nichts mehr übrig. Ich teste das auch vorher immer mit einer Probeaufnahme. Diese muss halt ganz schwarz sein, damit man sicher sein kann, dass das Restlicht der Raumbeleuchtung nicht stört.

Gruß
Achim

Kommentar von Achim — November 23, 2009 12:34

Danke für Deine kurze Info…
Werde öfter mals hier vorbeischaun.

Gruß Michel

Kommentar von Michel — November 23, 2009 22:07

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Danke an Nicole für die ehrliche und schonungslose Kritik.